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Geschrieben von: Hjalbin
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Sonntag, 03. August 2008 um 14:12 |
Sicher kennt jeder die Situation, einen spannenden Film anzusehen, bei dem die Hauptcharaktere Dinge tun, die einen dazu veranlassen, am liebsten in die Handlung einzugreifen und dem Charakter zu sagen: "Warum schaust Du nicht in die Ecke, bevor Du den Raum betrittst?", "Warum lässt Du Dich auf diese Affäre ein, obwohl Deine Familie zu Hause wartet?", "Warum trickst Du Deinen Gegner nicht so aus, wie ich das machen würde?" Hier setzt das Rollenspiel ein, bei dem jeder Mitspieler die Handlungen des von ihm dargestellten Charakters bestimmen kann. Es geht also um das gemeinsame Erleben und Erzählen einer Geschichte, ähnlich wie bei einem Stehgreiftheater, wobei es beim Rollenspiel keine "Bühne" gibt sondern wie beim Lesen eines guten Buches die Geschichte hauptsächlich in Kopf stattfindet.
Rollenspiele entwickelten sich ursprünglich aus den an anderer Stelle beschriebenen Tabletops. Während bei den Tabletops zu Beginn ganze Armeen verschoben wurden um Schlachten zu simulieren, wuchs das Interesse immer kleinere Einheiten zu verwenden und damit von der strategischen auf die taktische Ebene zu kommen, bis schliesslich statt Gruppen einzelne Kämpfer dargestellt wurden und jeder Spieler nur noch eine Figur bewegte. Das Rollenspiel war geboren und entsprechend der Vorgeschichte ging es in erster Linie um einen Kampf zwischen Figuren, wie z.B. im ersten Fantasy-Rollenspiel Dungeons & Dragons. Da die Spieler sich mit ihren Figuren identifizierten wollten Sie natürlich immer mehr über Ihre Figuren erfahren, z.B. was erlebt die Figur zwischen den Schlachten, welche Vorgeschichte hat die Figur bis sie überhaupt zu diesem Dungeon gelangt um den Drachen zu erschlagen usw.
Die Rollenspielszene hat sich in der letzten 30 Jahren also enorm weiter entwickelt, da man mittlerweile in den unterschiedlichsten Systemen, die sich in unterschiedlichen Genres (Fantasy, Science-Fiction, Horror, Real-Life) bewegen, mittlerweile nicht nur kämpfende Charakterklassen sondern Handwerker, Bürger etc. darstellen kann, einfach um einmal ein "anderer" zu sein, und Dinge zu erleben, die im eigenen Leben so nicht stattfinden. Ein großer Unterschied besteht zwischen P&P (Pen and Paper), Live und Computerrollenspielen. Während beim P&P nach wie vor eine imaginäre Spielfigur von "Schreibtischtätern" mit Charakterblatt auf einem Tisch dargestellt wird, läuft ein sogenannter Live-Rollenspieler in Kostümierung durch einen echten Wald und verkörpert den Charakter, den er dartellt. Computerrollenspiele sind eine eigene Gruppe, da zwar auch hier eine Rolle übernommen wird, die Möglichkeiten aber immer eingeschränkt sind, da man nur erleben kann, was auch programmiert wurde.
Bei den "Bewahrern" ist der P&P-Bereich vorrangig vertreten. D.h. ein Spielleiter schildert den Mitspielern die Umgebung in der sie sich bewegen, erzählt wie die Umgebung auf Ihre Aktionen (die sie ebenfalls dadurch durchführen, dass die beschreiben, was sie tun) reagiert und führt sie durch ein Abenteuer, welches meistens durch eine Art "Drehbuch" einem roten Faden folgt.
Dazu ein einfaches Beispiel:
Spielleiter: "Ihr durchschreitet kurz vor der Mannsperre das große Stadttor und seit am Ziel eurer Reise angelangt. Die Müdigkeit der langen Wanderung sitzt euch in den Knochen, eure Kehlen sind vom Staub der Straße ausgedorrt und eure Mägen weigern sich, noch länger mit hartem Brot und Dauerwurst, eurem Reiseproviant, abgespeist zu werden."
Spieler 1, blickt auf den vor ihm liegenden Zettel, mit den Angaben über den von ihm dargestellten Helden, und stellt fest, dass er gerade nicht sehr viel Geld bei sich führt : "Da wir momentan etwas knapp bei Kasse sind, sehen wir uns nach einer günstigen Gaststätte um."
Spielleiter: "Du warst zwar nie zuvor in dieser Stadt, aber vielleicht sagt dir dein Instinkt, wo du in einer Stadt zu den billigeren Tavernen und Unterkünften findest. Lege bitte eine Probe auf Gassenwissen ab."
Grundsätzlich tun die Charaktere also nur das, was ihr Spieler möchte. Wenn der Spieler allerdings etwas vorhat, wo das Gelingen nicht automatisch vorausgesetzt werden kann, z.B. einen Sprung über eine 5 Meter breite Schlucht, so kann der Spielleiter eine Probe verlangen. Zu diesem Zweck hat der Spieler auf seinem Zettel unterschiedliche Spielwerte stehen, die anzeigen wie stark, klug, geschickt, gebildet,... seine Figur ist. Dieser Wert bestimmt dann, mit welcher Wahrscheinlichkeit er bei einem Würfelwurf diese Probe schaffen kann. Auch Kämpfe mit Bösewichten werden so ausgetragen, es braucht also niemand Angst haben, dass beim Rollenspiel die Einrichtung seines Zimmers demoliert wird.
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Aktualisiert ( Montag, 16. Februar 2009 um 15:10 )
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