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Was sind Tabletops? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Sonntag, 03. August 2008 um 14:15
Strategiespiele, bei denen Gefechte mit Miniaturen auf einem Tisch ausgetragen werden (verallgemeinert ausgedrückt), werden Tabletops genannt.

Ihren Ursprung haben diese Spiele am Anfang des 19. Jahrhunderts, wo Zinnfiguren genutzt wurden, um Offizieren taktische Finessen in der Kriegsführung beizubringen. Diese Beschäftigung war später auch bei Adelskindern bekannt, um diese auf ihre Aufgaben für das Erwachsenenleben vorzubereiten. Die heutigen Tabletops wurden teilweise von Rollenspielen abgeleitet, wo die einzelnen Personen mehrere Figuren spielten und diese auch optisch darstellten. So besitzen die einzelnen Modelle in einem üblichen Tabletop auch Charaktereigenschaften, die denen in einem Rollenspiel ähneln.

Die erwähnten Charaktereigenschaften stellen die Stärken und Schwächen der einzelnen Modelle dar. Darin wird ihre Kampfkraft, Geschwindigkeit, ihre Widerstandsfähigkeit und meist auch ihre Willenskraft dargestellt. Im Spiel selbst wird gegen diese Werte gewürfelt, um zu sehen, ob eine Einheit getroffen hat und die gegnerischen Modelle verwunden konnte. Bewegung ist in der Spielmechanik auch immer von wesentlicher Bedeutung, so dass geschicktes manövrieren und ausnutzen von Deckung und Gelände in vielen Fällen zum Sieg führen kann.

Tabletops können unterschiedlich kategorisiert werden. Einerseits einmal nach den unterschiedlichen Settings, in denen sie spielen. Fantasy und Science-Fiction Umgebungen sind dabei heutzutage die am häufigsten anzutrefenden Spielvarianten dieser Art. Jedoch existiert auch das historische Tabletop, welches die Möglichkeit bietet, auf dem Spielfeld historische Schlachten auszutragen. Weiters können diese Miniaturenspiele auch durch die Größe der Schlachten kategorisiert werden. So gibt es Spiele, in denen mit wenigen (selten mehr als 10) Modellen auf jeder Seite gespielt wird, was jedoch die Möglichkeit bietet, jeden Charakter individuell zu betrachten und so mehr Persönlichkeit zu geben. Die häufigsten Spiele werden mit ca. 50 bis 100 Einzelmodellen pro Seite ausgetragen, wobei zwar noch jedes Modell individuell betrachtet werden kann, diese jedoch in Einheiten zusammengefasst sind und nur mächtige Maschinen, Kreaturen oder Charaktermodelle noch alleine stehend eine Spielentscheidende Rolle einnehmen. Darüber existieren auch Spiele, die in einem extrem kleinen Maßstab gespielt werden, wobei jede Einheit sehr große Regimenter und somit hunderte von Soldaten darstellt, wobei die einzelnen Personen auch in ihren Profilwerten zusammengefasst werden.

Neben den Spielvarianten bietet das Tabletophobby noch einige andere Motivationen, die vor allem die Kreativität der Spieler fördert. So müssen bei den meisten Miniaturenspielen die einzelnen Modelle erst zusammengebaut und bemalt werden. Dadurch entstehen sehr individuelle Armeen der einzelnen Spieler und durch die viele Zeit, die sich jeder mit seinen Modellen befasst hat, ist es sehr zufrieden stellend, wenn man dann die Möglichkeit hat, eine fantastisch aussehende, komplett bemalte Armee auf das Spielfeld zu bringen. Dabei ist es auch eine wesentliche Motivation, immer wieder auch die Fortschritte seiner Gegenspieler zu beobachten, wodurch jede Begegnung auf dem Spielfeld einen weiteren Spannungsmoment erhält.

Neben den Modellen bauen die Tabletop-Hobbyisten auch gerne Gelände, auf denen ihre Spiele ausgetragen werden können. So werden Wälder, Felsen, Krater, Geröllfelder, Flüsse, einzelne Gebäude oder auch ganze Städte gebaut, wobei auf unterschiedlichste Materialien zurückgegriffen wird. In vielen Fällen ist es schwer vorstellbar, dass zum Beispiel der Gebäudekomplex auf dem Spielfeld zuvor eine Ansammlung von Verpackungsmaterial, einer Glühbirne, einem Joghurtbecher und Einzelteilen eines kaputten Taschenrechner war, die durch geschicktes Zusammensetzen und bemalen "getarnt" wurde.

Wie bei vielen anderen, auf den ersten Blick sehr komplex wirkenden Spielen gilt auch für Tabletops, dass sie am Leichtesten erklärt werden, wenn man dabei einmal zusieht und sie dadurch ihren "Schrecken" verlieren. Dementsprechend sei allen neugierigen Menschen anempfohlen, sich das Ganze einmal genauer anzusehen.
Aktualisiert ( Montag, 10. November 2008 um 11:56 )
 
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